
Die Idee zum ersten Band der Reihe REISEN & LITERATUR von A-Z entstand während
einer Zeit, als das Reisen in der bisherigen Form unmöglich wurde. Der
Coronavirus hatte Österreich, Europa, ja die gesamte Welt fest im Griff. Das
Aufbrechen in andere, vielleicht unbekannte Länder, das Kennenlernen fremder
Kulturen, der persönliche Kontakt mit Natur und Menschen – all das konnte
nicht stattfinden. So fiel der Entschluss: Warum nicht auf literarischen Spuren
wandeln? Spuren, die Schriftsteller und Literaten bereits gelegt hatten, Wege,
die gegangen waren, Landschaften, die sie für sich erobert und beschrieben
hatten.
Im Mittelpunkt des ersten Bandes stehen die ANTARKTIS und BRODY
in der Ukraine. Joseph Roth, geboren und aufgewachsen in der Grenzstadt der
Habsburger Monarchie, hat diese Destination der Welt in seinem berühmten Roman
„Radetzkymarsch" bekannt gemacht. In Brody haben Krieg und Verfall vieles
verändert, das Gymnasium, in dem Roth seine Matura ablegte, hat die
100-Jahr-Feier gut überstanden.
Die Antarktis, schon immer ein schwer
erreichbares Reiseziel, ist Zeugin weniger durch die Literatur, vielmehr durch
Wissenschaft und Forschung im Bewusstsein der Menschen. Es stellt sich die
Frage, ob man diesen Kontinent überhaupt bereisen soll und ob eine
Touristifizierung einer noch intakten Naturlandschaft zu verantworten ist.
Fragen, die Sebastian Brant in seinem Text „Das Narrenschiff" schon seit 500
Jahren kategorisch mit Nein beantwortete.