
„Mein Leben ist ein schönes Märchen, so reich und glücklich.“ So eröffnet Hans Christian Andersen (er schrieb sich stets H. C. Andersen)
seine Autobiographie
Isaac Bashevis Singer wurde 1902 in Radzymin/Polen geboren. Die Männer der Familie waren seit mindestens sieben Generationen Rabbiner der
chassidischen Glaubensrichtung, die Mutter Bathsheba Singer kam aus dem Schtetl Bilgoraj bei Lublin und war die Tochter eines Rabbiners.
Auch Isaac wollte/sollte Rabbiner werden, brach die Ausbildung nach einem Jahr ab und in der Folge mit der Familientradition, er wurde Journalist.
Er war Lektor einer jiddischen Literaturzeitschrift und verfasste Literaturkritiken und Übersetzungen. Er schrieb immer auf Jiddisch und signierte
stets mit „Bashevis“ (nach dem Namen der Mutter). Sein Gesamtwerk steht im Spannungsfeld zwischen Religion und Moderne, zwischen Mystizismus und
Ratio. Seine Romane umspannen die Zeit des polnisch-jüdischen Aufstands gegen das zaristische Russland von 1863 bis zum Einmarsch der Deutschen
1939. In diesen knapp achtzig Jahren wurde das osteuropäische Judentum nahezu ausgelöscht; Singer war sein Dichter mit melancholisch gefärbter
Ironie und ein versöhnlicher Archivar. 1935 war er in die USA emigriert, 1978 wurde er als einziger jiddischer Schriftsteller mit dem Nobelpreis
für Literatur ausgezeichnet.