
Der siebente Band der Reihe REISEN und LITERATUR
von A bis Z: Mexiko/Nippon lotet gewaltige geografische Entfernungen aus und beschreibt ungeheure politische Umbrüche.
Der Habsburgerprinz Erzherzog Ferdinand Max (1832-1867) versuchte, aus dem Schatten seines älteren Bruders, Kaiser Franz
Joseph I., herauszutreten und scheiterte am Versuch, in Mexiko eine Monarchie nach europäischem Vorbild zu errichten. Er
hatte sich seinem angeblichen Gönner Napoleon III. ausgeliefert und schlussendlich nicht nur Land und Thron verloren,
sondern musste nach knapp dreijähriger Amtszeit auch sein Leben lassen. In den frühen Morgenstunden des 19. Juni 1867
krachten sieben Schüsse in Querétaro und machten dem mexikanischen Intermezzo des Habsburgers ein Ende. Anhand von Briefen,
Akten des Haus-, Hof- und Staatsarchivs sowie auf der Basis des Tagebuchs des Fürsten Carl Khevenhüller wird das
mexikanische Abenteuer nachgezeichnet.
Völlig anders, aber auch nicht ganz ungefährlich, stellt sich das japanische Abenteuer des Würzburger Arztes Philipp Franz
von Siebold (1796-1866) dar. Er erlangte nicht nur die medizinische Doktorwürde, sondern war der berühmteste Ethnologe,
Botaniker, Naturforscher und Sammler seiner Zeit. 1822 folgte er dem Ruf nach Den Haag, wo er zum Chirurgijn-Majoor der
niederländischen Armee ernannt wurde, mit der Aussicht, in den Kolonien Naturforschungen zu betreiben. Er reiste nach
Nippon (Japan), nach Nagasaki und verbrachte dort sieben Jahre. Er ist einer der wichtigsten Zeugen des damaligen
„isolierten Japan“ und wird heute noch im Land verehrt. Besonders interessant ist sein Reisetagebuch zur sogenannten
„Hofreise nach Edo (Tokio)“ aus dem Jahr 1826. Ihm war es vergönnt, das Landesinnere kennen zu lernen und sich einige Tage
„im Schaen des Throns“ aufzuhalten.