
Im November 1918 zerfiel nach mehr als vier Kriegsjahren mit
Millionen Todesopfern die Habsburger-Monarchie. Gleichsam
stellvertretend für den Untergang des Reiches starb zur selben
Zeit (am 30. November) der Dichter Otfried Krzyzanowski in Wien.
Sein literarisches Œvre ist gering und fast in Vergessenheit
geraten.
Man anekdotisierte ihn zum
„Kaffeehausliteraten" (ähnlich Peter Altenberg pendelte er die
gesamten Kriegsjahre zwischen Café Central und Café Herrenhof),
„Bohemien" (sein literarisches Schaffen brachte ihm wenig ein,
er lebte von der Unterstützung des Vaters und der
Kaffeehaus-Freunde) und „Hungerpoet" (er starb an Verelendung,
Krankheit und vor allem Hunger).
Sein dichterisches
Schaffen verdient es, wieder in den Blickpunkt der an Literatur
Interessierten gerückt zu werden.